
Auszüge aus Kaschuges Kolumne (veröffentlicht bei isarbote.de)
Hausfrauambitionen
Neulich war ich mit einer Freundin abends beim Italiener. Die ganze Woche hart gearbeitet, Kariere gemacht, zum Abschluss der Woche und zum Start ins Wochenende hatten wir uns also was feines zum essen verdient.Plötzlich wurden wir auf drei Männer am Nebentisch aufmerksam, die sich darüber unterhielten, dass ihre Freundinnen allesamt nicht kochen könnten und sie deshalb noch schnell was essen gehen müssten bevor sie heimgehen.
Bisher kam ich mir revolutionär vor, dass ich als Frau mich gegen die Erwartung der Gesellschaft stelle und damit gegen den Herd. Allerdings waren meine Freundin und ich dann doch geschockt.
Sind nicht kochende Frauen tatsächlich Gang und Gebe?
Undenkbar. Abhilfe muss her!
Nicht das wir jetzt auf das Eva-Prinzip von Eva Hermann pochen. Frauen sollen klar Kariere machen und klar sollen wir unabhängig und revolutionär sein.
Aber natürlich verlangen wir auch von Männern noch Gentleman zu sein. Sie sollen uns zum Essen einladen und uns die Tür aufhalten. Wäre doch schön, wenn wir ihnen auch mal ein saftig zubereitetes Mal bescheren könnten. So wie früher in den Filmen uns Serien, in denen die Frauen in Schürze und mit einem saftigen Stück Fleisch auf ihren Mann warten. Hach, das kann ich auch!
Also, ran an den Herd!
Und bei Themen, bei denen ich früher meine Mutter nur augenrollend verachtet habe, spitze ich jetzt die Ohren: Ein neues Rezept? Ein neuer Kochtopf? Ich bin dabei. Im Internet recherchiere ich die neuesten Rezepte und stöbere in Buchläden nach Kochbücher.
Zu Hause angekommen beginne ich mit meinem Unterfangen. Allerdings ist dies kein leichtes.
In meinem Kochbuch ist leider nicht beschrieben, wie man eine Mehlschwitze macht oder was eine Vinaigrette ist.
Außerdem ist kochen ganz schön aufwendig. Da muss man schon für eine Sauce Stunden aufbringen. Und Stunden wieder, um die Küche danach zu putzen. Und damit man bei den Rezepten durchsteigt, muss man auch Stunden investieren. Und ehrlich gesagt fühle ich mich jetzt nicht mehr wie eine Hausfrau. Eher nach einer Mitte 20 im zwanzigsten Jahrtausend, die versucht zu kochen. Klappt nicht so! Also ruf ich die größte Köchin, an die ich kenne. „Mamaaa, ich kann nicht kochen!“
„Das hätt’ ich dir sagen können!“, kommt ganz trocken zurück. Wieso hat sie mich nicht anders erzogen.
Naja, also wo ich jetzt hier so am Herd stehe – warum eigentlich nicht. So gibt sie mir am Telefon noch die letzten Rettungstipps. Irgendwie riecht’s verbrannt. Mein Gentleman kommt heim und entdeckt mich in verzweifelter Pose am Herd, den Brand in der Pfanne versuchend zu löschen. Er lacht. Und ganz Gentleman findet er es großartig, dass ich es immerhin versucht habe und lädt mich zum Essen beim Italiener ein.
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Mutterglück
Wenn eine Frau ein Kind bekommt, dann wird sie nicht nur einfach Mama. Dann hat sie eine Lebensaufgabe. Das mein ich so wie ich es sage: Lebensaufgabe! Das bedeutet im Klartext: Man muss eigentlich ewig viel Geld zahlen – und darf sein Leben lang die Kinder rumerziehen. Immer! Für immer!Bleibt eine Mutter immer Mutter?
Ja! Mütter bleiben Mütter. Und Kinder für immer Kinder. Und wenn man, wie ich, eine Tochter ist, dann bleibt man für immer Tochter – und geplagt. Kurze Erklärung: Ich komme wie ein artiges Kind, das ich bin, nach Hause zu Weihnachten. Ich bringe drei große Waschkörbe mit. Meine Waschmaschine hat leider grad nen Knacks weg.
Geschickt wie ich bin und mit jahrelanger Erfahrung als Tochter sage ich: „Mum, das musst du nicht machen – keine Angst! Ich wasch schon selbst. Ich brauch nur die Maschine!“ Aber da sie natürlich Mutter ist, kann sie es nicht lassen – und wäscht. Haha – perfekt! Denn gebügelt wird die Wäsche gleich auch noch. Super!
Allerdings hat der Mutterinstinkt nicht nur Gutes für mich. Kaum zu Hause angekommen bekomm auch ich was vom Weihnachtsstress ab. Ich hab noch nicht mal ausgepackt, da soll ich noch schnell staubsaugen. Also bitte! Erstens wohne ich doch gar nicht mehr dort. Ich bin also zweitens Gast. Und drittens frage ich mich, ob ein Sohn das auch tun muss?? Bei Töchtern hab ich irgendwie immer das Gefühl, sie müssten immer helfen. Beim Tisch decken, mit Einkaufen gehen, Staubsaugen usw. Meine männlichen Freunde mussten das schon nicht mehr machen, seit sie 15 waren. Ich bin 25!
Aber gut, staubsauge ich halt.
Am heiligen Abend treff ich mich noch mit alten Freunden.
O-Ton meiner Mutter: „So spät willst du noch weg gehen?“, „Aber bleib nicht so lange!“, „Trink nicht so viel!“, „Fahr nicht mehr Auto heute – es soll glatt werden!“
Ist meiner Mutter eigentlich bewusst, dass ich seit Jahren nicht mehr zu Hause wohne?? Der Zug ist abgefahren. Da gibt’s nichts mehr zu erziehen. Aber sie können es nicht lassen. Am 1. Weihnachtsfeiertag wird groß gekocht und ich hau rein was das Zeug her hält. Ein Nachteil des alleine Lebens ist nämlich, dass es selten solche Menüs auf dem Tisch gibt, wenngleich auch niemand sagt, ich solle früh wieder zu Hause sein.
Meine Mutter schaut mich nach dem 3. Nachschlag schon mahnend an: „Iss nicht soviel. Nachher ist dir schlecht!“ Weiß ich. War schon immer so. Ich wollte eigentlich auch schon aufhören. Aber allein schon aus Trotz hab ich mir noch nen Teller drauf gehauen. Meine Mutter kennt mich mittlerweile allerdings auch schon gut genug. Sie hat sich fast totgelacht, als mir die Knödel und das Fleisch schon fast wieder zu den Ohren rauskamen. Aber aufhören zu essen war nicht machbar. Dann hätte sie ja Recht gehabt! Keine Ahnung. 25 Jahre alt und immer noch trotzig wie Kind!
Am nächsten Tag komme ich in die Küche, als meine Oma gerade meiner Mutter vorträgt, sie solle doch nicht immer gleich die Spülmaschine einschalten. Es würde doch reichen sie einzuschalten, wenn sie ganz voll ist. Meine Mutter versucht sich zu rechtfertigen und sagt, sie hätte nun mal keine Zeit, die Teller mit der Hand abzuwaschen. Und keine Lust. Dafür hätte sie doch schließlich eine Spülmaschine!
Ich öffne einen Orangensaft und meine Mutter erklärt nun ihrerseits, dass ich nicht immer neue Flaschen öffnen sollte. Ob ich denn geschaut hätte, ob noch einer offen ist. Hatte ich natürlich nicht.
Meine Mutter meinte dann gleich, wenn ich immer so verschwenderisch wäre, sei es auch kein Wunder, dass ich nie Geld hätte. Ich bin dann grinsend gegangen. Wo ist bitte meine Tochter – der hab ich einiges zu erzählen!!!!
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Fitnesstunde
Ich weiß, ich weiß. Ich habe schon tausend Mal über Fitness oder besser dem Kampf damit berichtet. Aber jede Frau wird mich verstehen. Essen ist einfach ein so tolles Hobby! Niemals werde ich auf meine heißgeliebte Pizza verzichten! Allerdings setzt das an. Also reden wir stundenlang übers abnehmen. Darüber kann man sich immer unterhalten. Oder besser gesagt daran verzweifeln. Ich bin verzweifelt!Schon mal versucht von Anfang an in einem Kurs mitzuhalten?
Ich schon. Nicht empfehlenswert.
Statt leerer Worte wollte ich nun die guten Vorsätze aber doch in die Tat umsetzen.
Ich dachte, ich starte mit Aqua Aerobic. Das verbrennt schön viel Kalorien, soll aber auch für Anfänger geeignet sein. Also rein ins Wasser. „Wir setzen uns auf die Nudel“ hallt es durch den Schwimmbereich. Meine Trainerin isst anscheinend auch gerne. Aber die Nudeln waren nicht gemeint. Die „Nudel“ ist ein gebogenes rundes Kunststoffdingens, auf das man sich setzt, um dann spielend locker darauf Fitnessübungen zu machen. Ich geh gleich unter und mir kommen unwillkürlich sofort die Bilder von meinem Schnorchelgang in den Kopf geschossen. Wasser ist glaub ich einfach nicht mein Element. Aber ich ertrinke nur fast, der Po muss sowieso beim Wasser Aerobic unten bleiben, also alles noch im grünen Bereich. Joggen am Platz, Froschhüpfer durchs Wasser und Beine ausstrecken und ranziehen für die Bauchmuskulatur – die anderen sehen aus als hätten sie nie was anderes gemacht. Ich hab mittlerweile schon soviel Wasser geschluckt, dass mir schlecht ist. Außerdem wusste ich gar nicht, dass man im Wasser so schwitzen kann. Wasser gestorben! Doch rechtzeitig zum Ende der Stunde sagt die gerissene Trainerin: „Schön fleißig waren wir heute. Jetzt haben wir locker 400 bis 500 Kalorien verbrannt!“. Wow, das klingt wiederum gut. „Und gut gegen Zelulitis hilft Aqua Aerobic auch!“ Alles klar, nächsten Sonntag bin ich wieder da!
Montag probiere ich es mit T-Bo. Ein bisschen Pfeffer im Hintern könnte mir nicht schaden. Ein bisschen amerikanischer Drill tut mir bestimmt gut. Dabei ist „ein bisschen“ gut.. 45 Minuten werden wir rumgescheucht. Mein Puls steigt innerhalb von 5 Minuten auf bedrohlicher 289 Schläge pro Minute.
1 Minute hüpfen, dann am Platz joggen, 1 Minute die Beine nach vorne hochheben – wer hätte gedacht, dass das schon so anstrengend ist. Dann aber auch noch im Hüpfschritt boxen, treten, in die Luft schlagen ist echt schweißtreibend. Ich bin tomatenrot im Gesicht und keuche wie ein Ochse. Ich komm mir ziemlich dumm vor, aber egal – was tut man nicht alles für die Figur.
Nach 45 Minuten kann ich kaum noch stehen und bin im Gegensatz zu den anderen am Ende mehr über meine Füße gefallen als mit Kraft gehüpft. Ich könnt mich grad auf den Boden legen und abtransportieren lassen. Aber wir sind noch gar nicht fertig mit unserem Programm! Was kommt denn jetzt noch?
„So Mädels, die Fettverbrennung ist angekurbelt, jetzt wollen wir noch ein paar Kalorien verbrennen und Muskeln aufbauen, denn wie wir wissen verbrennen die am meisten Fett!“. Ach, wussten wir das? Und Fettverbrennung angekurbelt ist auch gut. Bei mir läuft sie schon längst auf Hochtouren.
Aber jetzt gibt’s erst noch mal ne Runde Situps, Liegestützen, Beinübungen. Ich weiß schon, warum ich nicht zum Bund bin!
Als ich auf allen Vieren aus dem Trainingssaal rauskrabble, kommt die Trainerin auf mich zu. „Hey, schön, ein neues Gesicht. Komm ja nächste Woche wieder!“ Verdammt, die kann boxen! Bleibt mir wohl nix anderes übrig oder?
Tags darauf versuche ich mich auf Drängen einer Kollegin in Pilates. Ich lehne erst ab: „Ich hab eh schon so Muskelkater!“ „Ach was, das ist ganz entspannend!“
Na gut, dafür bin ich immer zu haben!
Ich lege mich auf die Matte und warte auf die beruhigenden Worte meiner Trainerin. Ruhig sind sie, beunruhigend allerdings auch. Ich hatte eher was im Stil von Autogenes Training erwartet. Stattdessen kommt folgendes: „Wir legen uns auf den Bauch!“. Klingt erst Mal gut. „Dann spannen wir den Po an, als ob wir einen 10 Euro Schein im Po halten müssten. Atmet tief ein und zieht den Bauchnabel zum Rücken!“
Boah ist das anstrengend. Ich kann nicht atmen!
Mein Bauchnabel muss ich schließlich erst mal durch mehrere Schichten fettes Bauchgewebe zum Rücken pressen.
„Das ist unsere Ausgangsposition!“ Wie, da kommt noch mehr??
„Jetzt nehmen wir den Kopf auf, heben die Arme hoch und die Beine und führen die Beine mit der Ferse abwechselnd Richtung Gesäß. Und lasst den Bauchnabel am Rücken und den Schein im Hintern!“
Goohoott, schnauf, wie soll das denn gehen. Ich kriege einen hochroten Kopf! Ich kann nicht atmen!
„Du musst weiteratmen!“, sagt sie auch gleich. Ja wie denn?? Ich schüttle den Kopf. Geht nicht!
Dann drückt sie mir auch noch auf den Rücken und führt meine Beine – so hoch krieg ich die nie. Ich sterbe!
Ich muss absetzen – Luft holen.
„Das geht mit der Zeit besser. Du wirst sehen. In acht Wochen machst du das locker. Deine Tiefenmuskulatur muss erst gestärkt werden. Das kriegen wir schon hin!“ Wie jetzt? Erstens: Ich hab eine Tiefenmuskulatur? Zweitens: Wie, in acht Wochen? Muss ich jetzt immer kommen?
Jetzt weiß ich auch nicht, wie das gekommen ist? Aber definitiv versuche ich kein Kurs mehr. Ich will mich ja nicht noch zu mehr verpflichten. Und was das Essen angeht: Also, wenn jede Pizza, die ich mir reindrücke, soviel Schweiß kostet, damit ich sie wieder los werde, dann werde ich wohl doch eher mal drauf verzichten! Heul ...
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Chipsuche
Männer und Frauen sind unterschiedlich! Nichts Neues. Wissen wir schon lange. Darüber habe ich ja auch schon oft geschrieben. Doch in dieser Woche bin ich wieder in mehreren Situationen damit konfrontiert worden, dass die unvermeidliche Frage aufkam:Haben Männer eigentlich keinen Sensibilitätschip?
Der Winter kommt und die Reifen müssen gewechselt werden. Nichts Neues. Kennt man auch. Zwei mal im Jahr. Komischerweise spricht mich kein Mensch drauf an. Als ich sie wechseln will, muss ich bei meinem Opa vorbei fahren und die dort gelagerten Reifen abholen. Mein Opa, noch ganz Mann und Gentlemen, hilft mir natürlich beim Einladen. „Lass Opa, ich mach das schon!“ Opa ist schließlich nicht mehr der jüngste. Ich will ja nicht schuld an einem neuen Rheuma-Anfall sein. Dann allerdings macht mein Opa einen folgenschweren Fehler, denn er sagt: „Ja, so wie du gebaut bist, schaffst du das auch alleine!“. Bitte???? Ich bleibe wie angewurzelt stehen, nur mein Respekt vor dem Alter und das kommende Weihnachtsgeschenk halten mich davon ab, etwas zu erwidern.
Bitte, soll er doch alleine die Reifen tragen!
Habe ich die Reifen gerade in der Werkstatt aufziehen lassen, meinte jeder, aber wirklich jeder: „Echt?! Das hast du machen lassen? Die hätte ich dir auch wechseln können!“ Klar, bestimmt. Schon beim Frühjahrswechsel war keiner zur Verfügung. Als sie schließlich bei schon über 30 Grad im Schatten und mitten im Hochsommer gewechselt wurden, musste ich mir von allen anhören, dass sie das doch auch hätten machen können! Ich habe ihnen angeboten, dafür meine Glühbirnen zu wechseln. Hatte aber keiner Zeit für. Also bitte!
Danke! Gespräch beendet.
Der nächste Mann soll es besser machen. Beim Familientreffen stoße ich auch auf meinen Onkel. Ich frage ihn, ob er denn eigentlich schon in mein Buch rein gelesen hat, dass seine einzige Nichte immerhin selbst verfasst hat. Er lacht gutmütig und meint, er ist mal drüber geflogen. „Und?“, frage ich hoffnungsvoll. All meine Freundinnen, die auch mal drüber geflogen sind, haben dann wenigstens sensibel und aufbauend gemeint: „Das ist nett! Das gefällt den Mädchen bestimmt!“, oder so ähnlich. Mein Onkel hingegen meint nur: „Ha ja! Ich bin ja nicht die Zielgruppe!“. Und das war ´s dann! Super. Danke. Es soll ihn ja nicht gleich vom Hocker hauen! Aber ein paar anerkennende Worte?
Und mein männlicher Hund läuft mit Vorliebe - gar nicht! Gehen wir Gassi im englischen Garten und laufen weg von zu Hause, läuft er so schnell, dass ich nur noch einen dicken schwarzen Punkt weit vor mir hüpfen sehe. Wollen wir allerdings nach Hause, will eigentlich nur ich und er trödelt rum wie ein Kind das noch spielen will. Also muss ich ihn jedes Mal an die Leine nehmen, wobei er dann alle vier Pfoten in die Erde stemmt und gar nicht mehr läuft!
Sensibilitätschip also nicht gefunden und anscheinend tatsächlich nicht vorhanden! Aber irgendwas muss es da doch geben?! Egochip vielleicht? Und da ich mich durch die netten Kommentare der Herren der Schöpfung gerade wie Bridget Jones fühle, kann auch ich etwas Aufmunterndes für mein angeschlagenes Ego gebrauchen. Also gehe ich zu meinem Opa, um die Sommerreifen wieder aus dem Auto tragen zu lassen und sage: „Opa, es ist enorm das du noch so schwer heben kannst. Du bist jetzt noch stärker als ich es je sein werde!“. Mein Opa, ganz stolz und mit breiter Brust trägt die Reifen hoch erhobenem Hauptes mit eiligen, jungen Schritten in die Garage und meint zu mir: „Naja, du bist ja auch nicht so kräftig gebaut!“
Hihi.. danke schön!
Meinen Freund aus Kindertagen jammere ich vor, dass es viel zu wenig Männer wie ihn gibt. Er kommentiert das ganze mit: „Ach komm. So schlimm kann´s doch gar nicht sein. Du siehst doch sehr gut aus, bist klug und selbstbewusst. Wahrscheinlich hast du nur zu hohe Ansprüche!“. Genau, das ist es. Ich sehe viel zu gut aus für all die Typen, die rumlaufen. (Dass das nicht stimmt, weiß ich selbst, spielt aber in diesem Fall und fürs Ego keine Rolle!).
Und meinem Onkel lasse ich wissen, dass ich es auch ihm zu verdanken habe, dass ich schon ein Buch geschrieben habe, weil er mir mal eins geschenkt hat, dass mir so gut gefallen hat, dass es mich inspiriert hat, auch eines zu schreiben. Jetzt hat er quasi direkt Anteil an meinem Erfolg und freut sich ein Loch in den Bauch! Und lesen tut er es jetzt auch!
Und meinen Freunden habe ich erzählt, dass die Werkstatt die Reifen überhaupt nicht richtig aufgezogen hat, der Luftdruck nicht gestimmt hat und wenn ich doch nur jemanden wüsste, der das besser kann. Sie haben sich alle freiwillig für das Frühjahr angemeldet!
Und in meiner Jackentasche ist jetzt immer ein Wienerle!
Chip gefunden!!
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Schnorchelanleitung
Urlaub, Strand und Meer. Florida, Miami, jetzt Bahamas auf dem Kreuzfahrtschiff. Und den Urlaub auf den Bahamas muss man auch unter Wasser erkunden! Ich finde es langweilig, wenn die Leute nur auf dem Schiff am Pool bleiben, “weil Schnorcheln so anstrengend ist und dämlich aussieht!”. Tss. Ich gehe Schnorcheln!! Erstes Problem dabei: Ich habe Angst vor Fischen!Beste Medizin ist ja immer die Konfrontation. Schnorcheln scheint eine gute Lösung zu sein. Allerdings ist Schnorcheln nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Hat denn noch nie einer was von einer Schnorchelanleitung gehört?
Am Anfang war ich guter Dinge. Schnorchel ausleihen und los geht’s. Flossen, Brille mit Schnorchel und Rettungsweste in der Hand und ab zum Wasser. Allerdings kann ich jedem nur raten, sich die Flossen erst im Wasser anzuziehen. Sonja und ich haben vor lauter Eifer die Flossen bereits im Sand angezogen. Aber erstens lässt es sich damit schlecht laufen, zweitens sieht es sehr dämlich aus und drittens haut man sich beim Laufen ständig den Sand in die Augen. Flossen also wieder aus. Der Sand ist zwar wunderschön, aber verdammt heiß. Wir hüpfen wie die Hühner zum Wasser und springen in die Fluten.
Flossen wieder an. Dabei muss man übrigens aufpassen, dass die Rettungsweste nicht im Wasser zusammen mit der Brille verloren geht. Flossen wieder aus und der Weste hinterher. Weste über den Arm gepackt, Brille in die eine Hand und jetzt endlich die Flossen anziehen. Dass jetzt auch noch der Kopf über dem Wasser bleibt, ist dabei aber echt zuviel verlangt. Mir brennen also jetzt schon die Augen vom Salzwasser. Egal. Weste an und Schnorchelbrille. Sonja sieht damit auch noch gut aus. Ich sehe aus wie eine Ente mit Atemmaske!
Egal. Man soll ja nicht schön sein sondern Schnorcheln! Nachdem ich die Brille mehrfach fest und wieder locker und wieder fester an meinen Kopf gebunden habe, fällt mir auf, dass für meine Kopfform wohl keine Brille erfunden wurde. Ich drücke sie also so fest, dass es mir fast das Hirn aus der anderen Seite wieder rausdrückt. Aber besser als Wasser in den Augen. So, Schnorchel in den Mund und los geht’s.
Ich hänge den Kopf unters Wasser und tauche sofort wieder auf! Ich krieg keine Luft!! Ich schaue an mir runter. An meiner Seite hängt noch mal ein Schnorchelrohr. Wieso hab ich denn zwei?
Sonja lacht und gibt mir das richtige Luftrohr. Ich habe mir wohl das Notluftdings von der Weste in den Mund gesteckt.
Also neuer Versuch. Ich hänge meinen Kopf wieder unter Wasser und hole tief Luft. Allerdings mit der Nase, welche aber unter der Taucherbrille steckt. Brille beschlagen. Wieder auftauchen, Brille abnehmen, durchs Wasser ziehen und unbeschlagene Brille wieder aufsetzen. Jetzt hab ich zwar klare Sicht, allerdings tropft mir das Salzwasser in die Augen. Brille wieder aus und Augen abwischen. Allerdings habe ich nasse Salzwasser-Hände und reibe mir damit noch mal mehr Salz in die Augen.
Ein paar Minuten später geht’s meinen Augen wieder besser und ich starte den nächsten Versuch. Allerdings komme ich nicht weit. Durch den Mund atmen, Arme an den Körper, mit den Füßen paddeln, nach Fischen gucken und dann auch noch schauen, wohin man schwimmt, ist echt ein bisschen viel verlangt. Und da ich nun mal ein Orientierungssinn habe wie ein blindes Huhn, schwimme ich statt raus ins weite Meer wieder zum Strand. Merke ich allerdings erst, als ich mit dem Bauch auf dem Sand aufkomme. Wie ein gestrandeter Wal schaue ich unter meiner dämlichen Taucherbrille ziemlich irritiert in zwei blaue Augen. Ein Amerikaner fragt mich, was ich hier denn mache. Ich erkläre ihm, dass dies mein erster Schnorchelversuch ist. Er nickt verständnisvoll, packt mich an den Schultern und dreht mich um. Wieder Richtung Meer und gibt mir einen Stupser ins Wasser. Jetzt fühle ich mich echt wie ein gestrandetes Walross.
Aber immerhin bin ich jetzt auf dem richtigen Kurs. Ich kann dann auch schätzungsweise ganze zwei Minuten schwimmen, bis ich mit meinem Kopf einen Felsbrocken ramme. Erstens tut es weh und zweitens ist es peinlich. Denn als ich völlig verwirrt auftauche, schauen mich hunderte Augen erschüttert an.
Wieso darf man eigentlich mitten im Meer auf einem Felsen sitzen?? Ich versuche so cool wie möglich meine Flossen und Schnorchel unter Kontrolle zu halten und orientiere mich erneut in Richtung Meer.
Ein paar Minuten später komme ich endlich in die richtige Richtung. Auf einmal schwimmt unter mir ein riesiges schreckliches klebriges Etwas. In völliger Panik um mein Leben schreie ich los, was man durch den Schnorchel schätzungsweise kaum hören kann, tauche hysterisch auf, reiße mir den Schnorchel aus dem Mund und schreie: “Ein Fiiiiiiiiiiisch!”
Ich weiß ja nicht; ob die Sache mit der Konfrontation so eine gute Idee war. Sonja kommt und rettet mich. Sie nimmt meine Hand. Gemeinsam schnorcheln wir weiter. Ganze zweihundert Meter schaffen wir insgesamt - so schätzungsweise. Denn ich muss alle zwanzig Meter auftauchen und mich erst mal erholen und das Wasser aus meiner Brille laufen lassen.
Schnorcheln macht mir irgendwie keinen Spaß. Als wir wieder an Land kommen, fühle ich mich wie gestrandet. Also ob ich von Miami persönlich zu den Bahamas geschwommen wäre und mich nicht mit einem Kreuzfahrtschiff da hätte hin kutschieren lassen.
Auf dem Boot das Wasser zu sehen ist irgendwie auch viel cooler. Außerdem bekommt man da keinen Sonnenbrand auf dem Hintern. Den hab ich nämlich - kann nämlich gut sein, dass ich neben den ganzen anderen Schnorchelpeinlichkeiten meinen Hintern nicht unters Wasser gekriegt habe und er so nun die ganze Zeit wie eine dicke Wahlflosse oben geschwommen hatte. Also ich gehe jetzt wieder aufs Schiff und lege mich nur noch an den Pool!
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Warteschleife
Sind wir Frauen nur so ungeduldig oder liegt das in der Natur der Menschen? Oder besser gefragt: Sind nur wir Frauen so schnell dabei zu interpretieren oder ist das natürlich?Man stelle sich vor, man lernt ein echt gut aussehenden, jungen, feschen Mann kennen. „Ja, der ist ganz nett. Den könnt ich mir noch mal anschauen. Und weil’s so nett und lustig war gleich noch mal.“
So, zwei Mal getroffen, das dritte Treffen steht aus. Häufig wird geschrieben und telefoniert. Meist über belanglose Sachen. Das nervt!!
Frau ist mutig und stellt per Email und mit zitternden Fingern folgende Frage:
Hast Du Lust morgen Abend noch was trinken zu gehen? Hier beginnt das Protokoll des grauenvollen Wartens!
11:28 Uhr – Die Email meinerseits wird losgeschickt.
11:45 Uhr – Hm, komisch. Immer noch keine Antwort. Normalerweise schreibt er doch schnell.
11.56 Uhr – Gleich zwölf und immer noch keine Antwort!
12:09 Uhr – Jetzt werd ich so langsam sauer! Wieso schreibt der Depp denn nicht???
12:30 Uhr – Immer noch keine Antwort. Nicht, dass ich nichts zu tun hätte. Es klickt nur ständig meine Maus auf den Posteingang, um zu schauen, ob ENDLICH Post da ist.
12:34 Uhr – 3 Neue Nachrichten. KEINE von Ihm.
12:55 Uhr – Ich bin jetzt schlecht gelaunt! Ich gehe jetzt mit meiner Kollegin in die Küche und mache mir einen Salat! Weil fett bin ich auch noch!!
13:10 Uhr – Nachdem ich meiner Kollegin ausführlich von meinem Email-Desaster berichtet habe meint sie nur, er meldet sich schon. Super!
13.15 Uhr – Ich kann mir beim Essen meine Kommentare nicht verkneifen! Sie: „Was machst Du am Wochenende?“. Ich: „Keine Ahnung. Rumsitzen und warten, bis der nächste Kandidat kommt, der sich nicht mehr meldet!“. Weil, jetzt mal ehrlich, kennt doch fast jeder: Da läufts voll nett und gut und auf einmal, noch bevor sich irgendwas entwickeln konnte – wieder alles für die Katz. Spätestens seit Carrie und Co. aus Sex and the City wissen wir, dass es uns so geht ...
13:25 Uhr – Ich stopfe mir nach dem Salat noch ne halbe Tafel Schokolade rein. Bin voll gefrustet!
13:42 Uhr – Nach dem Mittagessen immer noch keine Nachricht! Jetzt sind das schon zwei Stunden her, seit ich meine Anfrage los geschickt habe! Himmel Arsch und Zwirn – was ist nur mit den Männern los?
13:51 Uhr – Ich muss mich so langsam beeilen – hab ja schließlich noch was zu arbeiten.
13.55 Uhr – Meine andere Kollegin meint, er meldet sich schon. Genau! Tss ...
14:08 Uhr – Hab jetzt grad geschäftliche Emails geschrieben – leider keine privaten. Er schreibt ja nicht zurück!!!
14:09 Uhr – Soll ich ihm noch mal schreiben?
14:11 Uhr – Nein! Ich bin doch nicht bescheuert! Der kann mich mal! Selbst wenn er sich jetzt meldet – ist mir piepegal! Interessiert mich nicht! So! Aus! Basta!
14:15 Uhr – Meine eine Kollegin meint, wenn er sich jetzt meldet, werde ich sowieso wieder beruhigt sein und mich mit ihm treffen! Ja von wegen!
14:31 Uhr – Ich versuche mich mittlerweile fast erfolgreich abzulenken. Und es ist mir auch ganz egal, ob er sich noch mal meldet oder nicht! Wer nicht will, der hat schon!
14:34 Uhr – Obwohl es eigentlich schon schade ist. Denn mittlerweile, wo ich schon so lange auf seine Rückmeldung warte, fällt mir auf, dass er wirklich nett sein könnte! Verdammt!
14:45 Uhr – Naja, was solls! Das wars dann wohl mal wieder! Ich geh jetzt in den Schnittraum und schneide meine Sendung! Scheiß auf die Männer!! Sind mir total egal!!!!
16:46 Uhr – Juhuuu – er hat geschrieben! Und gleich zwei mal. Um kurz vor 15 Uhr, dass er sich erst mal entschuldigt, er wurde ganz plötzlich von seinem Chef in eine Konferenz berufen und um halb vier vorhin noch mal, ob ich denn jetzt sauer bin.
Total süß! Naja, ich muss mich jetzt beeilen, wir gehen gleich noch was trinken.
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